Eine Unternehmensbroschüre beantwortet eine einfache Frage: Wer ist dieses Unternehmen, und warum sollte man ihm einen Auftrag geben? Wer eine Unternehmensbroschüre erstellen lassen möchte, will deshalb meist mehr als ein paar Seiten Firmengeschichte. Die Broschüre soll im Vertrieb, auf Messen und bei Bewerbungen Vertrauen schaffen.
Gerade bei Industriebetrieben ist das wichtig. Maschinenbau, Anlagenbau und Zulieferer verkaufen erklärungsbedürftige Leistungen an Kunden, die sorgfältig vergleichen. Bevor es zum Gespräch kommt, steht oft ein Eindruck: Wirkt das Unternehmen kompetent, zuverlässig und zeitgemäß?
Eine gut gestaltete Unternehmensbroschüre unterstützt genau diesen ersten Eindruck. Dieser Beitrag zeigt, was hineingehört, wie sie aufgebaut sein kann und worauf es bei der Gestaltung ankommt.
Unternehmensbroschüre oder Produktbroschüre: Wo liegt der Unterschied?
Eine Produktbroschüre stellt ein einzelnes Produkt oder eine Produktgruppe vor. Sie erklärt Funktionen, Vorteile und technische Daten. Eine Unternehmensbroschüre, oft auch Imagebroschüre genannt, stellt dagegen das Unternehmen als Ganzes vor.
Sie beantwortet Fragen wie: Wofür steht der Betrieb? Welche Leistungen gibt es? Wer steckt dahinter? Welche Stärken und Kompetenzen zeichnen das Unternehmen aus? Die Produktbroschüre überzeugt von einem Produkt, die Unternehmensbroschüre von einem Partner.
In der Praxis ergänzen sich beide. Die Unternehmensbroschüre gibt den Rahmen vor, die Produktbroschüren gehen ins Detail. Damit sie zusammenpassen, sollten beide dasselbe Erscheinungsbild nutzen. Wie sich Print und PDF dabei sinnvoll verbinden lassen, zeigt der Beitrag Produktbroschüre oder PDF?

Wo die Unternehmensbroschüre im Betrieb ankommt
Bevor die Gestaltung beginnt, lohnt sich die Frage: Wo wird die Broschüre eingesetzt? Davon hängen Umfang, Ton und Format ab. Im Vertrieb liegt sie Angeboten bei oder wird im Erstgespräch übergeben. Auf Messen ersetzt sie lange Erklärungen am Stand und bleibt als Erinnerung beim Besucher. Im Recruiting zeigt sie Bewerbern, wie das Unternehmen arbeitet und was es als Arbeitgeber bietet.
Je nach Einsatz liegt der Schwerpunkt anders. Für den Vertrieb stehen Leistungen und Belege im Vordergrund, für Bewerber eher Menschen, Ausbildung und Arbeitsumfeld. Eine Broschüre, die alles gleichzeitig will, überzeugt am Ende niemanden. Wer mehrere Zielgruppen ansprechen möchte, kann mit einer Hauptbroschüre und ergänzenden Beilagen arbeiten.
Welche Inhalte in eine Unternehmensbroschüre gehören
Eine Unternehmensbroschüre muss nicht alles erzählen. Sie sollte die Fragen beantworten, die Kunden, Partner und Bewerber tatsächlich haben. Bewährt haben sich diese Bausteine:
- Einstieg: ein klares Versprechen, was das Unternehmen auszeichnet
- Über das Unternehmen: Geschichte, Werte, Standort und Größe, kurz und ohne Floskeln
- Leistungen und Kompetenzen: was angeboten wird und für wen
- Fertigung und Qualität: Ausstattung, Prozesse und Zertifizierungen
- Branchen und Anwendungen: wo die Lösungen eingesetzt werden
- Menschen: Ansprechpartner, Team, Ausbildung und Karrierechancen
- Referenzen: Projekte oder Kundenstimmen, sofern eine Freigabe vorliegt
- Kontakt: Ansprechpartner, Adresse und der nächste Schritt
Wichtig ist die Auswahl. Lieber wenige, nachvollziehbare Aussagen als eine lange Liste von Eigenschaften, die jedes Unternehmen von sich behauptet. „Zuverlässig, flexibel, kundenorientiert“ steht in unzähligen Broschüren. Konkrete Belege machen den Unterschied: ein Beispiel aus der Fertigung, ein Foto aus dem Betrieb, ein Prozess, der erklärt wird.
Der rote Faden: Vom Kundennutzen zur Kompetenz
Eine gute Broschüre erzählt eine Geschichte, auch wenn sie technisch ist. Bewährt hat sich ein einfacher Aufbau: erst das Versprechen, dann der Beweis mit Leistungen, Qualität und Erfahrung, zuletzt der nächste Schritt für den Leser.
Gerade bei Industriebetrieben lohnt es sich, Inhalte aus Kundensicht zu ordnen. Statt einen Maschinenpark aufzulisten, kann die Broschüre zeigen, was er für den Kunden bedeutet: kurze Lieferzeiten, gleichbleibende Qualität, Fertigung in Serie oder als Einzelstück.
Zeitleisten, Prozessgrafiken und Organigramme lassen sich als Infografiken darstellen. Sie machen Abläufe und Strukturen in Sekunden verständlich, für die sonst eine halbe Seite Text nötig wäre. Gerade die Firmengeschichte oder der Weg vom Auftrag zur Auslieferung eignen sich dafür.
Verständliche Texte statt Fachjargon
Technische Kompetenz zeigt sich nicht in möglichst vielen Fachbegriffen. Entscheider in Einkauf und Geschäftsführung sind nicht immer vom Fach und lesen Broschüren zunächst quer. Kurze Sätze, klare Überschriften und ein Nutzen pro Absatz helfen beim schnellen Erfassen.
Fachbegriffe gehören dorthin, wo sie gebraucht werden, und werden bei Bedarf kurz erklärt. Ein guter Test: Versteht ein Kollege aus einer anderen Abteilung den Absatz ohne Rückfrage? Dann ist der Text auch für den Kunden verständlich. Auf Floskeln wie „höchste Qualität“ oder „maßgeschneiderte Lösungen“ sollte verzichtet werden, solange kein konkreter Beleg folgt.
Gestaltung: Technik verständlich und hochwertig zeigen
Die Gestaltung entscheidet, ob eine Broschüre professionell wirkt. In der Industrie gilt: klar, aufgeräumt und konsequent. Hilfreich sind:
- ein festes Raster mit großzügigem Weißraum, damit technische Inhalte nicht überladen wirken
- eine reduzierte Farbwelt, die aus dem Corporate Design stammt
- echte Fotos von Fertigung, Produkten und Menschen statt austauschbarer Stockmotive
- einheitliche Icons und Infografiken für Leistungen, Prozesse und Kennzahlen
- gut lesbare Typografie mit klarer Hierarchie
Die Broschüre baut auf dem Corporate Design des Unternehmens auf. Gibt es noch keines, sollte es zuerst oder gemeinsam entstehen. Sonst wird die Broschüre schnell zur Insellösung, die weder zur Website noch zu den Angeboten passt.

Print, PDF und Website gemeinsam denken
Eine Unternehmensbroschüre wird heute selten nur gedruckt. Gedruckt überzeugt sie im persönlichen Gespräch und auf Messen. Als PDF lässt sie sich per E-Mail verschicken und auf der Website anbieten. Viele Inhalte können außerdem als Bausteine für die Website dienen.
Deshalb lohnt es sich, beide Formate von Anfang an zu planen: Print mit hochwertigem Papier und passender Veredelung, das PDF mit optimierter Dateigröße. Wer Texte und Bilder einmal sauber aufbereitet, kann sie mehrfach einsetzen, etwa in Präsentationen, in der Bewerberansprache oder auf Social-Media-Kanälen.

So läuft die Erstellung ab
Der Ablauf folgt einem festen Schema, damit Sie jederzeit wissen, wo das Projekt steht:
- Kickoff und Analyse: Ziele, Zielgruppe, vorhandene Materialien und das Erscheinungsbild werden besprochen.
- Konzept: Struktur, Inhalte und Gestaltungsrichtung werden in zwei bis drei Varianten vorgeschlagen.
- Feedback: Ihre Anmerkungen werden eingearbeitet.
- Finalisierung: Druckdaten und PDF werden erstellt, auf Wunsch inklusive Abwicklung mit der Druckerei.
Der Aufwand im Unternehmen liegt vor allem bei Texten und Bildmaterial. Ein klar benannter Ansprechpartner und frühzeitig gesammelte Unterlagen beschleunigen das Projekt spürbar.
Typische Fehler bei Unternehmensbroschüren
Einige Fehler tauchen in der Praxis immer wieder auf:
- Zu viel Eigenlob: Aussagen ohne Belege wirken austauschbar.
- Zu viele Inhalte: Wer alles zeigen möchte, verliert den roten Faden.
- Veraltete Fotos: Alte Hallenaufnahmen oder Produkte, die es nicht mehr gibt, schaden mehr, als sie nützen.
- Uneinheitliche Gestaltung: Die Broschüre passt weder zur Website noch zum Briefbogen.
- Kein nächster Schritt: Ohne klaren Kontakt und Handlungsimpuls endet die Broschüre im Nichts.
Fazit: Die Unternehmensbroschüre als Vertriebsinstrument
Eine Unternehmensbroschüre ist mehr als eine Visitenkarte in Heftform. Sie hilft im Vertrieb, auf Messen und im Recruiting, weil sie das Unternehmen verständlich und glaubwürdig vorstellt. Entscheidend sind eine klare Auswahl der Inhalte, ein durchdachter Aufbau und ein Erscheinungsbild, das zum Unternehmen passt.
Sie möchten eine Unternehmensbroschüre erstellen lassen? Dann vereinbaren Sie einen Termin. Im Gespräch klären wir, welche Inhalte Ihre Kunden wirklich überzeugen und wie die Broschüre zu Ihrem Auftritt passt. Einen Überblick über passende Drucksachen für Industriebetriebe finden Sie hier.

FAQ
Eine Unternehmensbroschüre stellt ein Unternehmen als Ganzes vor. Sie zeigt Leistungen, Kompetenzen, Werte und Ansprechpartner und dient im Vertrieb, auf Messen und im Recruiting als Visitenkarte des Betriebs.
In der Regel gibt es keinen. Beide Begriffe beschreiben eine Broschüre, die das Unternehmen vorstellt. Der Begriff Imagebroschüre betont lediglich stärker den Markenauftritt.
Typische Inhalte sind ein klares Versprechen, die Vorstellung des Unternehmens, Leistungen und Kompetenzen, Fertigung und Qualität, Branchen und Anwendungen, Menschen im Betrieb, Referenzen und Kontaktdaten.
Das hängt vom Umfang und vom Einsatz ab. Viele Unternehmen kommen mit einer kompakten Broschüre aus, in der jede Seite einen klaren Zweck hat. Eine klare Struktur ist wichtiger als eine feste Seitenzahl.
Die Unternehmensbroschüre stellt das gesamte Unternehmen vor, die Produktbroschüre ein einzelnes Produkt oder eine Produktgruppe. Beide ergänzen sich und sollten dasselbe Erscheinungsbild nutzen.
Nicht zwingend, aber es hilft. Ist ein Erscheinungsbild vorhanden, baut die Broschüre darauf auf. Fehlt es, kann es parallel entstehen, damit die Broschüre nicht isoliert wirkt.
Der Preis hängt von Seitenzahl, Umfang, Bildmaterial und dem Anteil an Infografiken ab. Nach einem Erstgespräch lässt sich das Projekt individuell kalkulieren.
Das hängt vom Umfang ab und davon, wie schnell Texte, Bilder und Feedback vorliegen. Für Konzept, Gestaltung und Finalisierung sollten Unternehmen mehrere Wochen einplanen.
Texte und Fotos kommen häufig vom Unternehmen. Struktur und Gestaltung erarbeitet der Designer. Fehlt passendes Bildmaterial, lässt sich gemeinsam klären, welche Motive sinnvoll sind.
Ja, bei Drucksachen kann die Druckabwicklung auf Wunsch übernommen werden. Dazu gehören die Abstimmung mit der Druckerei und die Bereitstellung der Druckdaten.
